Die Geschichte der Hanfpflanze

Es ist die älteste Nutzpflanze der Welt und galt – über Jahrtausende hinweg – als die Feldfrucht, die am öftesten angebaut wurde: Hanf. Es gibt keine andere Pflanze auf unserem Planeten, welche derart vielfältig genutzt werden kann. Menschen haben in den letzten Jahrzehnten die Vorteile der, wie zu Unrecht behauptet wird, „Drogenpflanze“ entdeckt und nutzen Hanf nicht nur als Heilmittel, sondern auch als natürlichen Rohstoff und auch für Lebensmittel. Selbst die Industrie hat Hanf schon vor geraumer Zeit entdeckt, sodass mitunter Papier, Kleidung und Dämmstoffe Hanf beinhalten. In Deutschland ist der Anbau etwaiger Hanfsorten, welche keine berauschende Wirkung mit sich bringen, seit dem Jahr 1996 erlaubt.

Zwischen Gutenberg und Rembrandt

Cannabis sativa – besser bekannt als Hanf – hat tatsächlich Geschichte geschrieben, Fortschritte eingeläutet und ganze Kulturen geschaffen. Menschen nutzen bereits seit über 10.000 Jahren Hanf; seit über 3.000 Jahren wird die Pflanze weltweit angebaut. Die ersten Textilien, welche aus Hanf gewebt wurden, kamen vor 5.000 Jahren aus China. Vor etwa 2.000 Jahren konnte das erste Hanf-Papier geschöpft werden. Hanf hat aber auch in der Medizin eine wesentliche Rolle gespielt.

So hatte Gutenberg die Idee, Hanf gegen Bluthochdruck einzusetzen. Auch die Kunst wurde beeinflusst. So malte Rembrandt seine Ölgemälde mit Hanfprodukten. Denn mittels Hanf war es möglich, dass nicht nur ein dauerhaftes und zähes Papier, sondern auch die notwendigen Farben hergestellt wurden. Auch Taue, Schnüre, Garne, Seile und Segeltücher wurden aus Hanf hergestellt, sodass damalige Schifffahrten – ohne die Pflanze – gar nicht möglich gewesen wären. Selbst die erste Blue-Jeans von Levis wurde mittels Hanf geschmeidig, weich und reißfest zugleich.

Russland deckte lange Zeit 80 Prozent des Hanfbedarfs für den Westen ab

Hanf war jedoch ein lang umkämpftes Handelsgut. Wohl auch, weil es für die Papier- und Textilindustrie sowie für die Kriegsmarine von wesentlicher Bedeutung war. Das zaristische bzw. in weiterer Folge kommunistische Russland galt als größer Hanfproduzent der Welt und hat rund 80 Prozent des westlichen Bedarfs gedeckt. Hanfprodukte wurden in weiterer Folge mit Zöllen belegt und bildeten auch die Grundlage diverser Handelskriege. So hatte Napoleons Kontinentalsperre dafür gesorgt, dass Großbritannien der Zugang zu Hanf abgeschnitten wurde, sodass die Kolonialmacht nach etwaigen Alternativen suchen musste. So waren es die Briten, die die Hanfkonkurrenz Jute entdeckten bzw. auch Baumwolle sowie Tropenholz fanden und für sich verwendeten.

Hanf kam über Zentralasien nach Europa

Hanf stammt aus Zentralasien. Auf Grund der Tatsache, dass der Mensch sich intensiv mit der Pflanze befasste, ist es heute möglich, dass Hanf weltweit angebaut werden kann und vorwiegend auch in subtropischen Klimazonen zu finden ist. Die Chinesen nutzten Hanf bereits vor über 10.000 Jahren. Denn Hanf lieferte nicht nur nahrhafte Samen, sondern garantierte durch die Stängel auch unverwüstliche Fasern, die schon zu Beginn der Entdeckung geschätzt wurden. Auch im Bereich der Medizin kam Hanf, etwa gegen Rheuma und Malaria, zum Einsatz.

Hanf wurde über Indien und den heutigen Irak in die Welt gebracht. Die ersten europäischen Dokumente besagen, dass Hanf vor etwa 5.500 Jahren das erste Mal erwähnt wurde. Während Hanf im 20. Jahrhundert durch Kunstfasern verdrängt wurde, genießt die Pflanze heute wieder einen hohen Stellenwert. Vor allem in den Bereichen der Wirtschaft wird Hanf gerne verwendet. Denn Hanf eignet sich nicht nur als Basis für Waschmittel, sondern auch für Lacke, Farben, wird für den Hausbau verwendet und kann auch als Lebensmittel konsumiert werden.

Auch die Hanffaser ist – im Vergleich zur Baumwollfaser – qualitativ hochwertiger. Auf Grund der hohen Nutzbarkeit und der problemlosen Zucht, entscheiden sich heute wieder mehr Unternehmen, voll und ganz auf Hanf zu setzen. Denn Hanf benötigt keine Herbizide und kann – auf Grund des CO2-Ausstoßs – auch eine positive Beeinflussung des Haushalts erzeugen. Die Samen werden gerne in der Lebensmittelindustrie verwendet, da jene die Grundlage für Futtermittel bilden.

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Hanfsamen enthalten ein hochwertiges Öl und ein perfekt zusammengesetztes Protein, welches zwischen 20 und 30 Prozent Kohlenhydrate enthält. Auch Spurenelemente wie Mineralstoffe, Vitamine und Aromastoffe sind in den Samen enthalten. Und Hanf spielt auch eine wesentliche Rolle in der Medizin. So wird etwa THC bei Krebs, im Rahmen von Chemotherapien, bei Depressionen, mangelnden Appetit oder auch ADHS sowie Tourette verordnet.

Hanf ist weitaus mehr als nur eine „Drogenpflanze“

Hanf hat eine Jahrtausend lange Geschichte, welche damit endete, dass die Pflanze dämonisiert wurde. Heutzutage wird immer wieder die Bezeichnung „Drogenpflanze“ verwendet, was jedoch nicht der Richtigkeit entspricht. Hanf ist weitaus mehr als eine Drogenpflanze; Hanf ist seit Jahrtausenden existent. Auf Grund der Pflanze wurden nicht nur Kulturen geprägt, lange Schifffahrten ermöglicht, sondern auch Handelskriege geführt, da jeder wusste, welch positiven Eigenschaften die Pflanze mit sich brachte.